Spezieller artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Umgang mit besonders und streng geschützten Arten in der Objekt- und Bauleitplanung

1. Einleitung

Der besondere Artenschutz nach §§ 44 ff. BNatSchG und der strenge Artenschutz nach FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie spielen in der Objekt- und Bauleitplanung eine wichtige Rolle. Ziel dieser Regelungen ist es, wildlebende Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume zu schützen.

2. Erfordernis eines speziellen artenschutzrechtlichen Fachbeitrags

Bei Vorhaben, die zu Beeinträchtigungen von besonders oder streng geschützten Arten führen können, ist ein spezieller artenschutzrechtlicher Fachbeitrag (AFB) erforderlich. Dieser AFB muss im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) oder der artenschutzrechtlichen Prüfung (ASP) erstellt werden.

3. Inhalt des Fachbeitrags

Der AFB muss folgende Punkte enthalten:

  • Bestandsaufnahme: Erfassung der im Planungsgebiet vorkommenden besonders und streng geschützten Arten
  • Betroffenheitsanalyse: Bewertung der potenziellen Auswirkungen des Vorhabens auf die Arten und ihre Lebensräume
  • Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen: Darstellung der Maßnahmen, die zur Vermeidung oder Minimierung der Auswirkungen des Vorhabens auf die Arten ergriffen werden
  • Ausgleichsmaßnahmen: Beschreibung der Maßnahmen, die zur Kompensation der verbleibenden Auswirkungen des Vorhabens auf die Arten ergriffen werden
  • Monitoring: Festlegung eines Programms zur Überwachung der Auswirkungen des Vorhabens auf die Arten

4. Besonderheiten bei streng geschützten Arten

Bei streng geschützten Arten sind die Anforderungen an den AFB besonders hoch. Es ist in der Regel erforderlich, eine Ausnahmegenehmigung nach § 45 BNatSchG zu beantragen.

5. Fazit

Der spezielle AFB ist ein wichtiges Instrument, um den besonderen und strengen Artenschutz in der Objekt- und Bauleitplanung zu gewährleisten. Durch die Erstellung eines fachlich fundierten AFB kann sichergestellt werden, dass die Auswirkungen von Vorhaben auf besonders und streng geschützte Arten minimiert und kompensiert werden.