Was tut sich aktuell an der Barnstorfer Kläranlage? Der OOWV wollte die Einrichtung auf einen modernen Stand zu bringen. Anders ausgedrückt: Er wollte zunächst für „Klarschiff“ sorgen.
Barnstorf – Unter anderem war geplant, Zulaufpumpwerk und Fällmitteldosierer zu erneuern. Doch was wurde aus den Vorhaben? Welche Punkte konnte der OOWV auf seiner langen To-do-Liste in Barnstorf bereits abhaken und welche Modernisierungen verzögern sich? Darüber informierte sich die Mediengruppe Kreiszeitung bei Heino Hermanns, Mitarbeiter der Pressestelle des OOWV.
Die im Januar 2024 erfolgte Übernahme der Barnstorfer Kläranlage durch den OOWV habe sich laut Hermanns schon nach kurzer Zeit bewährt. Gleich neben der Kläranlage an der Aldorfer Straße brach Anfang Januar aufgrund der Hochwasserlage ein Abwasserkanal zusammen. Der Verband ließ das betroffene Rohr innerhalb weniger Tage reparieren. „Ebenso musste der Faulturm, der zur Reduzierung der anfallenden Klärschlamm-Mengen und der daraus resultierenden Faulgas-Erzeugung diente, wegen Undichtigkeiten und verfahrenstechnischer Schwierigkeiten, die die Sicherheit gefährdeten, im Frühjahr 2024 außer Betrieb gesetzt werden“, erklärt der OOWV-Sprecher auf Nachfrage.
Stattdessen entwässere nun eine mobile Anlage in Containerbauweise den Überschuss-Schlamm der Barnstorfer Anlage. Dieser werde anschließend auf der Kläranlage Oldenburg ausgefault (siehe Infobox). „Das so angepasste Schlammkonzept und weitere Verbesserungen im Betriebsablauf der Kläranlage Barnstorf sind auf den ersten Blick aber nicht unbedingt sichtbar“, meint Heino Hermanns.
Klärschlamm ausfaulen
Klärschlamm ausfaulen ist ein Prozess, bei dem Faulgas unter Sauerstoffabschluss (anaerob) in einem Faulturm entsteht, um die organischen Bestandteile des Klärschlamms abzubauen und den Schlamm zu stabilisieren. Dieser Prozess reduziert die Menge an Feststoffen, stabilisiert den Schlamm, macht ihn geruchsärmer und erzeugt Biogas, das als erneuerbarer Energieträger zur Stromproduktion genutzt werden kann. Nach dem Ausfaulen wird der Schlamm weiter entwässert und kann dann entweder als Dünger verwendet, verbrannt oder anderweitig verwertet werden.
Fällmitteldosierer soll gebaut werden: Start frühestens im Frühjahr 2026
Darüber hinaus würden derzeit Planungen beim OOWV laufen, um die Barnstorfer Kläranlage weiter auf den Stand der aktuellen Technik zu bringen. „So wird der Bauantrag für die im vorigen Jahr angesprochene Erneuerung der Fällmitteldosierstation zur Bindung des Phosphats im Abwasser im September eingereicht. Mit dem Baustart ist im Frühjahr 2026 zu rechnen“, erläutert der OOWV-Sprecher weiter. Der Fällmitteldosierer sorgt im Klärverfahren mittels Eisensalzen dafür, dass Phosphat im Abwasser gebunden wird und nicht in die Gewässer fließt. Dort würde Phosphat nämlich dafür sorgen, dass Algen schneller wachsen.
Die Planungen für die Erneuerung des Zulaufpumpwerkes aus dem Jahr 1962, durch das das Abwasser zur Kläranlage fließt, würden sich noch in der Abstimmungsphase der einzelnen Gewerke befinden. Die Kosten für die Erneuerung der Fällmitteldosierstation und des Zulaufpumpwerk hatte der OOWV vor etwa einem Jahr mit rund 250 000 Euro angegeben.
Auf der langen Liste stand für das laufende Jahr außerdem die Sanierung des Sandfangs. In ihm setzt sich – wie es der Name bereits erahnen lässt – Sand ab. Diese Maßnahme sollte um die 125 000 Euro kosten. Doch sie wurde laut Heino Hermanns zunächst zurückgestellt.
Quelle: www.kreiszeitung.de
