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	<title>Aktivkohlefiltration &#8211; Institut für Wirtschaft und Umwelt e. V.</title>
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		<title>Die EU-Kommunalabwasserrichtlinie: Eine Säule des europäischen Gewässerschutzes und ihre Wirkung</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jul 2025 09:09:43 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <b>EU-Kommunalabwasserrichtlinie (Richtlinie 91/271/EWG)</b>, oft auch als <b>Kommunalabwasserrichtlinie (KommAbwRL)</b> abgekürzt, ist eine der ältesten und wirkungsmächtigsten Rechtsvorschriften im europäischen Umweltschutz. Seit ihrer Verabschiedung im Jahr 1991 hat sie die Art und Weise, wie in Europa <b>kommunale Abwässer</b> gesammelt, behandelt und abgeleitet werden, grundlegend verändert. Ihr primäres Ziel ist es, Gewässer vor den negativen Auswirkungen der Einleitung von unbehandeltem oder unzureichend behandeltem Siedlungsabwasser zu schützen. Ihre Vorgaben sind die Grundlage für einen Großteil der Abwasserinfrastruktur, die wir heute in den EU-Mitgliedstaaten vorfinden.</p>
<hr />
<h3>1. Ziele und Kerninhalte der Kommunalabwasserrichtlinie</h3>
<p>Die KommAbwRL verfolgt klar definierte Umweltziele, die sich in ihren Kerninhalten widerspiegeln:</p>
<ul>
<li><b>Schutz der Gewässer vor Verschmutzung durch kommunales Abwasser:</b> Dies ist das übergeordnete Ziel. Sie soll die <b>Eutrophierung</b> (Überdüngung) von Gewässern und die Belastung durch organische Stoffe sowie Krankheitserreger verhindern.</li>
<li><b>Sammlung von Abwasser:</b> Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, für alle <b>Ballungsräume</b> (Agglomerationen) mit mehr als 2.000 Einwohnerwerten (EW) angemessene Sammelsysteme (Kanalisationen) zu schaffen. Die Erfassung des Abwassers muss so erfolgen, dass die Umwelt nicht unnötig belastet wird.</li>
<li><b>Behandlung von Abwasser:</b> Für die gesammelten Abwässer sind <b>Kläranlagen</b> zu errichten, die bestimmte Mindestanforderungen an die Reinigungsleistung erfüllen:
<ul>
<li><b>Primärbehandlung (mechanisch):</b> Für Abwässer, die in weniger empfindliche Gebiete abgeleitet werden.</li>
<li><b>Sekundärbehandlung (biologisch):</b> Für die meisten Ballungsräume vorgeschrieben, um die Konzentration von organischen Stoffen zu reduzieren.</li>
<li><b>Tertiärbehandlung (weitergehende Reinigung):</b> Für Ballungsräume, deren Abwässer in <b>empfindliche Gebiete</b> (z.B. Gewässer, die von Eutrophierung bedroht sind, Trinkwasserschutzgebiete) abgeleitet werden. Hierzu gehören die zusätzliche <b>Entfernung von Stickstoff und/oder Phosphor</b>.</li>
</ul>
</li>
<li><b>Überwachung und Berichterstattung:</b> Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Leistungsfähigkeit ihrer Sammelsysteme und Kläranlagen sowie die Qualität des eingeleiteten Abwassers kontinuierlich zu überwachen und regelmäßig Berichte an die Europäische Kommission zu übermitteln.</li>
<li><b>Einleitungsanforderungen:</b> Die Richtlinie legt zudem Grenzwerte für das eingeleitete Abwasser fest, insbesondere für Parameter wie <b>BSB5 (Biochemischer Sauerstoffbedarf über 5 Tage)</b>, <b>CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf)</b>, <b>Gesamtstickstoff</b> und <b>Gesamtphosphor</b>.</li>
</ul>
<hr />
<h3>2. Umsetzung in Deutschland</h3>
<p>Deutschland hat die EU-Kommunalabwasserrichtlinie umfassend in nationales Recht umgesetzt. Die zentralen nationalen Rechtsgrundlagen sind:</p>
<ul>
<li><b>Wasserhaushaltsgesetz (WHG):</b> Das WHG als grundlegendes Gesetz für die Gewässerbewirtschaftung enthält die generellen Pflichten zur Abwasserbeseitigung und die Anforderungen an die Abwasserbehandlung.</li>
<li><b>Abwasserverordnung (AbwV):</b> Die AbwV ist das detaillierte Instrument zur Umsetzung der KommAbwRL in Deutschland. Sie konkretisiert die Anforderungen an die Einleitung von Abwasser und die erforderlichen Behandlungsverfahren. Die <b>Anhänge der AbwV</b> legen die branchen- oder stoffspezifischen Mindestanforderungen fest, wobei <b>Anhang 1</b> speziell die Anforderungen an kommunales Abwasser für verschiedene Größenklassen von Kläranlagen und Einleitungsgebiete (normal/empfindlich) definiert.</li>
<li><b>Landeswassergesetze (LWG) und Kommunale Satzungen:</b> Die Bundesländer und Kommunen regeln die Details der Abwasserbeseitigung, wie z.B. die Zuständigkeiten, die Anschluss- und Benutzungspflichten sowie die Gebühren.</li>
</ul>
<p>Die Umsetzung der Richtlinie in Deutschland hat zu einem massiven Ausbau und einer Modernisierung der <b>kommunalen Abwasserinfrastruktur</b> geführt. Dies beinhaltet den Bau und die Erweiterung von Kanalnetzen sowie die Errichtung und Modernisierung zahlreicher <b>Kläranlagen</b> mit biologischer und oft auch weitergehender Reinigungsstufe (Stickstoff- und Phosphorelimination).</p>
<hr />
<h3>3. Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen</h3>
<p>Trotz ihrer Erfolge steht die KommAbwRL und damit die europäische Abwasserwirtschaft vor neuen Herausforderungen:</p>
<ul>
<li><b>Mikroverunreinigungen:</b> Die Richtlinie berücksichtigt keine neuen Schadstoffgruppen wie <b>Spurenstoffe</b> (z.B. Arzneimittelrückstände, Pestizide, Mikroplastik), die auch nach der biologischen Behandlung im Abwasser verbleiben können und eine potenzielle Gefahr für Gewässer darstellen.</li>
<li><b>Energieeffizienz und Klimawandel:</b> Der Betrieb von Abwasseranlagen ist energieintensiv. Zukünftige Entwicklungen müssen einen Fokus auf <b>Energieeffizienz</b>, die <b>Reduzierung von Treibhausgasemissionen</b> und die <b>Anpassung an die Folgen des Klimawandels</b> (z.B. Starkregenereignisse, Trockenheit) legen.</li>
<li><b>Ressourcenrückgewinnung:</b> Die Kläranlage der Zukunft wird zunehmend als <b>Ressourcenfabrik</b> verstanden. Die Rückgewinnung von Nährstoffen (z.B. <b>Phosphor aus Klärschlamm</b>), Energie (Biogas) und Wasser wird immer wichtiger.</li>
<li><b>Überarbeitung der Richtlinie:</b> Die Europäische Kommission hat bereits eine <b>Überarbeitung der Kommunalabwasserrichtlinie</b> vorgeschlagen, die diese neuen Herausforderungen adressieren soll. Schwerpunkte des Entwurfs sind unter anderem:
<ul>
<li><b>Ausweitung der Sammelpflicht:</b> Potenziell auch für kleinere Ballungsräume.</li>
<li><b>Erweiterte Behandlungspflichten:</b> Einführung einer vierten Reinigungsstufe (zum Beispiel Ozonung oder Aktivkohlefiltration) zur Entfernung von Mikroverunreinigungen in größeren Kläranlagen.</li>
<li><b>Produzentenverantwortung:</b> Einbeziehung von Herstellern bestimmter Produkte (z.B. Pharmazeutika, Kosmetika) in die Finanzierung der Abwasserbehandlung von Spurenstoffen.</li>
<li><b>Verbesserte Überwachung und Transparenz.</b></li>
<li><b>Strengere Anforderungen an das Energiemanagement.</b></li>
</ul>
</li>
</ul>
<hr />
<h3>Fazit</h3>
<p>Die <b>EU-Kommunalabwasserrichtlinie</b> war und ist ein entscheidendes Instrument für den Schutz der europäischen Gewässer. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, die Qualität unserer Flüsse und Seen zu verbessern und die öffentliche Gesundheitsversorgung zu sichern. Die bevorstehende Novellierung zeigt, dass das europäische Wasserrecht dynamisch auf neue ökologische und technologische Herausforderungen reagiert. Die Integration von Mikroverunreinigungen, Energieeffizienz und Ressourcenrückgewinnung in die künftigen Regelwerke wird die Abwasserwirtschaft in Europa erneut prägen und einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einem umfassenden und zukunftsorientierten Gewässerschutz darstellen. Die kontinuierliche Anpassung und strenge Anwendung dieser Vorgaben sind unerlässlich, um die Ressource Wasser für kommende Generationen zu schützen.</p>
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		<title>Studien: Glyphosat entsteht in Kläranlagen aus Waschmittel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[IWU KI]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2025 08:08:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zwei neue Studien erhärten den Verdacht, dass in Kläranlagen das umstrittene Pestizid Glyphosat aus Waschmittelzusätzen entsteht. Diese werden demnach nicht vollständig aus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="body3 body5 ArticleItemTeaserText_text__H_RS_ ">Zwei neue Studien erhärten den Verdacht, dass in Kläranlagen das umstrittene Pestizid Glyphosat aus Waschmittelzusätzen entsteht. Diese werden demnach nicht vollständig aus den Anlagen gefiltert und gelangen in die Umwelt.</p>
<p>Die Nachricht war überraschend und sorgte für Widerspruch: Stammt ein Teil des umstrittenen Pestizids Glyphosat gar nicht aus der Landwirtschaft, sondern aus unseren Waschmitteln – und damit letztlich aus Kläranlagen? Eine Studie der Universität Tübingen äußerte diesen Verdacht im letzten Jahr. Nun legt das Forscherteam mit weiteren Studien nach, um diese überraschende These zu untermauern.</p>
<h4>Glyphosat-Messungen deuten auf Kläranlagen als Quelle hin</h4>
<p>Dem Forscherteam um die Chemikerin und Umweltanalytikerin Carolin Huhn von der Universität Tübingen fiel auf, dass das Auftreten von Glyphosat in Gewässern nicht mit dem Einsatz in der Landwirtschaft zusammenpasste. Demnach müsste es beispielsweise im Frühjahr einen Anstieg geben oder nach starken Regenfällen, wenn das Pestizid von den Äckern ausgespült wird. Doch Analysen der Daten der Landesuntersuchungsämter, die bis 1988 zurückreichen, so Huhn, zeigen, dass sich die Einträge über das ganze Jahr gleichmäßig verteilen: &#8222;Die Eintragsmuster dort passen überhaupt nicht zu einem landwirtschaftlichen Einsatz, sondern weisen klar auf einen Eintrag über Kläranlagen hin.&#8220;</p>
<h4>Aus einem Waschmittelzusatz wird ein Pestizid</h4>
<p>Carolin Huhn und ihr Team haben für ihre neue Studie aus Kläranlagen &#8222;frischen Klärschlamm&#8220; ins Labor gebracht und mit einem Waschmittelzusatz versehen. Das Ergebnis ist für Laien verblüffend, für Chemiker nicht: Es entstand &#8222;schon nach ein paar Stunden&#8220; Glyphosat (externer Link). Verantwortlich ist ein den allermeisten wohl unbekannter Stoff mit dem langen Namen &#8222;Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure&#8220;, abgekürzt DTPMP. Diese Chemikalie gehört zur Gruppe der Phosphonate und ist in vielen Waschmitteln enthalten. Dort verhindert sie die Kalkbildung und verbessert so auch die Waschleistung.</p>
<h4>Studien belegen überraschende Theorie</h4>
<p>Für Carolin Huhn ist es nicht erstaunlich, dass aus dem Phosphonat Glyphosat entsteht: &#8222;Dieses Waschmitteladditiv ist einfach das Molekül Glyphosat in zweieinhalbfacher Größe. Man findet die Grundstruktur von Glyphosat schon, wenn man sich einfach die Strukturform von DTPMP anschaut.&#8220; Man müsse dem nur noch Sauerstoff hinzugeben, dann ergebe sich Glyphosat.</p>
<h4>Mangan als Reaktionstreiber</h4>
<p>Ihr Kollege, der Umweltchemiker Stefan Haderlein, forscht ebenfalls an der Uni Tübingen und hat gemeinsam mit Carolin Huhn eine weitere Studie zu dem Thema gemacht (externer Link). Dabei haben sie im Labor DTPMP zu verschiedenen Wasserlösungen gegeben. Entscheidend war die Zugabe von Mangan in verschiedener Form, auch als Mangan-Oxid, also in Verbindung mit Sauerstoff.</p>
<p>Mangan, so Haderlein, wirkt wie ein Katalysator, also ein Reaktionsbeschleuniger. Damit gelinge die chemische Umwandlung von DTPMP in Glyphosat ganz einfach: &#8222;Mangan ist ein sehr häufiges Element, das in der Erdkruste fast überall anzutreffen ist. Es ist also weit verbreitet und praktisch in allen natürlichen Gewässern vorhanden.&#8220; Die Lösungen haben sie dabei auch sterilisiert, also alle Bakterien abgetötet, um auszuschließen, dass diese die Umwandlung bewirken.</p>
<h4>Waschmittel-Industrie kritisiert Studien</h4>
<p>Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel IKW widersprach den Studien-Ergebnissen und gab an, bei eigenen Versuchen keine Glyphosat-Bildung festgestellt zu haben (externer Link). Der Verband geht davon aus, dass DTPMP aus Waschmitteln &#8222;nur einen sehr geringen Beitrag zu den gemessenen Glyphosatmengen in Oberflächengewässern hat&#8220;.</p>
<p>Sowohl Carolin Huhn als auch Stefan Haderlein räumen ein, dass nicht klar ist, wie viel Glyphosat in Kläranlagen entsteht und von dort aus in die Umwelt gelangt. Aber laut ihren &#8222;sehr schwierigen&#8220; Recherchen werden etwa 2.500 Tonnen DTPMP jedes Jahr in Deutschland als Entkalker eingesetzt. Eine ähnlich große Menge wie die des direkt als Herbizid eingesetzten Glyphosats. Bei diesen Mengen DTPMP, so Haderlein, &#8222;genügt schon eine sehr geringe Ausbeute, ein sehr geringer Grad der Umwandlung, um etliche Kilogramm Glyphosat landesweit zu erzeugen&#8220;.</p>
<h4>Landwirtschaft gilt weiterhin als Eintragsquelle</h4>
<p>Zudem sei unklar, welche Mengen des Pestizids die Kläranlagen herausfiltern können. Für Stoffe wie Glyphosat seien diese gar nicht ausgelegt. Carolin Huhn geht von maximal 80 bis 90 Prozent aus, die herausgefiltert werden. Das würde bedeuten, dass das Meiste in die Umwelt gelangende Glyphosat zwar immer noch aus der Landwirtschaft stammt, aber eben doch ein Teil in Kläranlagen durch den Waschmittelzusatz entsteht und von dort in die Flüsse gelangt.</p>
<h4>Verzicht auf DTPMP in Waschmitteln</h4>
<p>Ihre Forderung: Die Verbraucher sollten Waschmittel verwenden, die kein DTPMP, sondern biologisch abbaubare Entkalker enthalten. Wenn dies auf der Verpackung nicht deklariert sei, sollte man beim Hersteller anfragen. Der müsse Auskunft erteilen.</p>
<p>Quelle: <strong>Bayerischer Rundfunk</strong></p>
<p>Das dazu gehörige Fachseminar ist in der <a href="https://iwu-ev.de/veranstaltungen/?beitrag">Seminarwelt des IWU Magdeburg</a> auffindbar.</p>
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